1. Mainz – Vergangenheit und Gegenwart

Eine historische Stadt

Mainz, die heutige Hauptstadt und größte Stadt des deutschen Bundeslandes Rheinland-Pfalz. Die Stadt des Erfinders des Buchdrucks, Johannes Gutenberg (1400? – 1468) und nach der die örtliche Universität ihren Namen sezierte. Aber auch die Stadt, in der seit Beginn des neunzehnten Jahrhunderts verschiedene Mitglieder der Familie Gütlich lebten und einen großen Teil ihres Lebens verbrachten. Wie die Familie von Johann Wetterhahn und Susanna Gütlich. 1830 folgte die Familie Johann Adam Gütlich und Agnetha Jochs. Sie hatten einen Sohn Philippus, der 1868 im Alter von 33 Jahren unverheiratet starb und danach starb dieser Familienzweig aus.

1860 starb sein damals 63-jähriger Vater auf mysteriöse und tragische Weise, als sein lebloser Körper flussabwärts im Rhein bei Nieder-Ingelheim gefunden wurde. Rätselhaft, weil er gut gekleidet gefunden wird, im Besitz seines Geldes und einiger Besitztümer, schließt einen Raubüberfall auf ihn aus und sein Tod sieht aus wie ein Unfall.

1907 siedelt sich in Mainz eine neue Gütlich-Niederlassung an, aus der mehrere Söhne hervorgehen. Am 25. Februar 1945, während des Zweiten Weltkriegs, ereignet sich in dieser Familie eine große Tragödie, als während der schweren Bombardierung der Stadt Mainz durch die Alliierten sowohl der Vater Jakob Gütlich, seine Frau Helene als auch ihr ältester Sohn Karl starben. Davon werden auf dem Waldfriedhof im nahen Mainz-Mombach Gedenksteine auf dem Ehrenfeld aufgestellt, zum Gedenken an die Opfer aller Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg auf die Stadt Mainz und ihre Umgebung.

Die Wohnadresse der Familien Gütlich, aber auch der Familie Wetterhahn-Gütlich und ihrer Nachkommen, ist über historische Adressbücher aus dem 19. und 20. Jahrhundert zugänglich.

Straßennamen Mainz

Bei der Durchsuchung der Innenstadt vorbei an den Adressen, an denen im 19. Jahrhundert die Familien Gütlich und Wetterhahn lebten, fällt mir auf, dass es Straßenschilder in Rot und Blau gibt. Die blauen Schilder verlaufen parallel zum Rhein; die roten Schilder stehen senkrecht zum Rhein. Dies macht es sehr schwierig, sich in der Innenstadt zu verirren !!

1860 – Adressbuch Mainz

Es ist bekannt, dass das Foto von Hermann Gütlich in der Werkstatt von Brechtel und Urmetzer in Mainz aufgenommen wurde. Aus dem Adressbuch der Stadt Mainz aus dem Jahr 1860 geht hervor, dass sich ihr Atelier am Markt Nr. 16 befindet. Nach der oben genannten Zerstörung zwischen 1940-1945 wurde auch dieses Gebäude in seinem ursprünglichen Zustand wieder aufgebaut und befindet sich direkt mit der Rückseite gegenüber der Kathedrale.

Markt nr. 16

Die Gebäude im Stadtzentrum wechseln sich im architektonischen Stil ab. Durch die Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg gingen viele der ursprünglichen Gebäude verloren. Da aber das ursprüngliche Straßenmuster beim Wiederaufbau erhalten geblieben ist und oft anhand von historischem Fotomaterial wieder aufgebaut wurde, strahlt die Innenstadt eine historische Atmosphäre aus.

Deutlich präsent in der Innenstadt ist der “Mainzer Dom”; die große römisch-katholische Kathedrale, deren erster Stein Ende des 10. Jahrhunderts gelegt wurde und die trotz einer Reihe verheerender Brände wieder aufgebaut wurde. Der bekannte niederländische Architekt P.J.H. Cuypers, in den Niederlanden vor allem als Designer des Rijksmuseums und des Hauptbahnhofs in Amsterdam bekannt, führte Ende des 19. Jahrhunderts eine umfassende Renovierung durch.

1860 – Adressbuch Mainz – Gustav und Georg Wetterhahn

Auf der Rückseite des Doms befindet sich der Liebfrauenplatz, wo sich heute das Gutenberg-Museum an der Hausnummer 1 befindet. 1860 lebte Gustav Wetterhahn dort, nachdem er als pensionierter Major aus der österreichischen Armee zurückgekehrt war. Trotz der Versuche, die Innenstadt nach ihrem ursprünglichen Grundriss wieder aufzubauen, haben sich viele Hausnummern geändert oder sind verschwunden, darunter die Nummer 6, so dass es nicht möglich ist, herauszufinden, wo sich Georg Wetterhahns Weinhandel befand.

Eine moderne Stadt

Durch die Präsenz der Gutenberg-Universität leben viele junge Menschen in Mainz und das macht sich im Zentrum bemerkbar. Volle Terrassen und Festlichkeiten, die Mainz den Eindruck vermitteln, eine geschäftige Stadt zu sein. 

Heutzutage wird in Städten immer mehr getan, um dem Straßenbild der Stadt eine eigene Identität zu geben. Fußgängerampeln sind dafür bestens geeignet. Denken Sie an „Ampelmann” in Berlin oder die „Ampelhase” in Paderborn. In Mainz sind die „Mainzelmännchen“ aus den ZDF-TV-Spots in den Fußgängerampeln zu sehen, wodurch die Bedeutung des ZDF für die Stadt erkennbar wird.

Mainzelmännchen Ampel